Posts Tagged ‘fühlen’

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Zerschmetterling (//version)

Mai 10, 2009

Eiskalt erstarrt in schweigender Stille winden sich die Gedanken mühsam um Gefühle. Kaum einen Schritt weiter immer wieder auf der Stelle tretend, sich selbst umkreisend ein wirres Durcheinander. Kalt und haltlos zugleich. Wie einst das verlorene Kind die steinigen Wege empor klamm, so regt sich doch alles in mir und die Welt bleibt stumm.
Kein Wort,
nichts sehen,
nichts hören,
nicht sprechen,
sich am Zipfel des Egoismus klammernd und voll Ignoranz und Selbstsucht stechen eure Nadeln in meine Haut und zerstechen mein Fleisch stetig ein Stückchen mehr.
Immer mehr.
Eine Nadel bedeutet nicht viel, doch umsomehr sich ihre Anzahl exponentiell erhöht umsomehr Schmerz fügt es zu. Ein bisschen mehr, ein Stückchen weiter und grausam wird die Qual.
Zertretet die Schmetterlinge!!
Zertretet die Schmetterlinge gnadenlos!
Jedes bisschen Freiheit lässt sich einschränken bis das Kind selbst stumm in der Ecke verfault. Glasige Augen, verschlossen vor Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht erträglich, denn Wahrheit macht blind.
Nur Blindheit ist wahr!
Verboten das Sehen,
verboten das Hören,
verboten das Sprechen.
Und so entfaltet sich ein stählerner Käfig für die zertretenen Schmertterlinge, der sogleich bedeckt wird mit einem zerfetzten Stück Stoff. Löchrig und faserig die Fassade und doch bleibt sie bestehen, denn wer wagt es schon das liebevoll drapierte Tuch an zu heben?
Wer wagt es
zu sehen,
zu hören,
zu sprechen?
Versprich mir nie, dass du diesem gewachsen bist, weil auch du wirst scheitern, auch du wirst das Kind nicht retten können, auch du wirst dich verbrennen am glühenden Stahl der Käfignadeln. Sie werden dich zerbrechen, wie jedes andere Wesen auch und bevor dies geschehen mag verfällst auch du wieder in das alte Ritual, um dich zu schützen.
Sehe nicht,
höre Nicht,
spreche nicht,
es würde deine Schmetterlinge in Motten verwandeln und sie werden das Feuer umkreisen, wie ein warmes Licht, jedoch werden sie in der Glut verbrennen, nichts als Asche bliebe dir. Kein Phönix hat die Macht aus dieser Asche empor zu steigen, denn mit jedem Versuch würden ihm die Federn einzeln ausgerissen, bis er am Grude zusammenbricht und wieder verglüht, eiskalt erstarrt in schweigender Stille…

Sophie Filow, 10. Mai 2009

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Das liest und versteht doch eh keiner…

April 30, 2009

Me We

Immer der Kreislauf den ich selbst wählte, die Selbe Routine Ich fühle mich leer, unendlich leer, komme nicht weiter und mit jedem Schritt, den ich gehe, laufe ich weiter den Kreis ab, den ich mir einst schuf um mich selbst zu schützen. Ich sehe nichts außer das göttliche Wesen, dass ich begehre, dem ich ebenbürtig sein möchte und wieder, immer wieder stelle ich fest, dass dieses göttliche Wesen auch bloß ein Mensch ist. Ein Mensch wie viele zuvor, doch ich kann nicht existieren ohne das Verlangen nach dem Außergewöhnlichen, ich würde zerbrechen vor Schmerz, denn die Realität tut mir jedes Mal weh. Wirres Zeug schreibe ich nieder, Zeichnungen die niemand verstehen mag und fange an aufzuhören mein Innerstes zu reproduzieren, da keiner zuhören oder zusehen mag. Alles nur Menschen, alles nur Menschen! Jeder gefangen in seinem Egoismus. Oder bin ich diejenige, die sich selbst darstellt als sei sie übermächtig und anbetungswürdig? Ich bin es, die begehrt werden will, doch nur von meinesgleichen und diese kann ich nirgends finden. Ich fühle mich nicht menschlich, ich bin weniger oder mehr, je nachdem was meine Laune mir vorgibt. Ich bin ein Nichts und ich bin Gott; Gott ist Nichts und Nichts ist Gott; doch kann ich nichts dazwischen sein, denn dann würden meine Welten kollidieren und würden sich auflösen. An was soll ich mich dann klammern? Was hält mich, gibt mir Schutz und Kraft, wenn nicht der Glaube an mich oder der Selbsthass und Zweifel? Verzweifelt, ja das ist es, diese Suche. Ewigwährend den Kreis abschreiten, gefangen in mir selbst. Ich darf nicht denken Ich darf nicht fühlen Ich denke zu viel Ich fühle zu viel Und jeden Tag das Selbe bis mich jemand ein Stückchen herrausreißt. „Hier kannst du sein, wie du bist.“ Die Freiheit will ich genießen, koste jede Minute aus in der ich mich nicht einschränke und bereue es doch wieder, weil niemand vermag es mit meiner Freiheit umzugehen oder ich vermag es nicht meine Freiheit zu kontrollieren. Wenn ich denke Wenn ich fühle dann beflügelt dies meinen Willen, alles was ich will bekomme ich, muss ich bekommen, sonst zerbreche ich. Ich begrenze meinen Willen um niemandem schaden zu zufügen und doch füge ich mir selbst damit schaden zu. Irgendwann bricht die Flut heraus und verschlingt alles um mich herum. Ich denke nicht Ich fühle nicht nur Objektivität allein schützt beide Bereiche meiner Selbst. Ich schaue auf meine beiden sich bekämpfenden Seelen, wie auf zwei Kinder, die verschiedener nicht sein könnten, Zwillinge, die gleichzeitig nur aus Gegensätzen bestehen. Ich muss Ihnen Grenzen setzen um sie zu beschützen, sonst bringen sie sich um, obwohl sie sich doch lieben. Nur wie kann ich es ertragen sie so einzuschränken, wenn sie doch selbst Teil von mir sind, wenn wir Ich sind?

Sophie Filow, 30. April 2009