Weißt du, was du bist? Eine Verräterin! Wir haben uns gegenseitig immer jahrelang in allen Gefühlslagen und Emotionsausbrüchen ertragen und akzeptiert, doch nun möchte ich ein einziges Mal sagen, dass ich es nicht mehr ertragen kann. Ich will niemanden, der mir vorheuchelt mich zu vermissen, obwohl er im Grunde gar kein Interesse hat mich zu sehen oder sich um mich zu kümmern. Ebenso wenig brauch ich jemanden, der meint sich um mich kümmern zu müssen. Ich brauche dafür niemanden mehr, denn irgendwann steht man einfach über sich selbst und weiß, was wichtig ist. Wichtig ist mir jedenfalls nicht, mich als psychotisch abstempeln zu lassen, an Stellen, die nicht psychotisch sind. Meine Attacken beruhen lediglich auf Angst und Panik, nicht jedoch auf Aufhetzerei, Lügen und Manipulation. Vielleicht tue ich seltsame Dinge, weil mein Gefühlschaos mir es nicht anders erlaubt und es ist richtig, dass ein Großteil meiner Angst auch darin besteht, andere Menschen, die mir wichtig sind zu verlieren, aber wie kann ich Angst davor haben jemanden zu verlieren, der doch eh schon lange Zeit nicht mehr anwesend ist und sich auch geistig immer weiter von mir entfernt? Ich sehe dich selten und wenn ich dich sehe, sagst du mir was ich hören will… Das könnte ich mir alles auch selbst sagen. Komischerweise habe ich meist auch nur „Attacken“ gehabt bis jetzt, wenn du dabei warst. Kann es sein, dass ich mich nicht einfach nur frei in deiner Gegenwart fühle, sondern dass du ganz einfach der Auslöser bist? Außerdem zwinge ich dir kein Gespräch auf, was meine Person betrifft, ich dachte bloß, dass es dich vielleicht interessieren würde, was ich so denke, fühle und treibe in der Zeit, in der du nicht da bist, aber da habe ich mich wohl wirklich getäuscht. Ich weiß nicht, was du bezwecken willst mit deinem Handeln, auf jeden Fall tust du den Menschen, denen du wichtig bist stetig weh und damit meine ich jetzt nicht nur mich oder Lena, sondern Alle, denen du je etwas bedeutet hast. Du hasst es, wenn ich dir sage, dass du mich oder uns wie Spielbälle behandelst, Figuren, die du munter hin und her schiebst, du hasst es aus dem Grund, eben weil du es tust! Und scheiße ja, ich wusste das immer, aber nun bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich das nicht mehr mit mir machen lasse. Ich will nicht der Willkür deiner Gefühle ausgesetzt sein, weil ich mit meiner eigenen Willkür schon zu kämpfen habe. Ich muss mir nicht anhören, dass ich krank bin, weil ich das selbst weiß und aus diesem Grund ja auch zum Arzt gehe. Hier kommt wirklich nun mal ein definitives NO GO von mir! Du weißt das ganz genau, wie sehr ich es hasse wenn Menschen mich als Lügnerin darstellen. Ich bin nicht glaubwürdig, weil ich verwirrt bin und ich kann mich an vieles nicht erinnern, aber wenn ich mich an etwas erinnere, dann weiß ich es, jedes Wort und falls du meinst ich würde mir nur einbilden etwas zu wissen, dann liegst du sowas von falsch. Dann ist es nämlich meist dein eigenes Ego, dass ertappt wurde und du versuchst dich rauszureden, was du übrigens wirklich meisterhaft beherrschst. Ich habe dir ja selbst auch jahrelang jede Ausrede abgekauft, weil du ein so großartiges Talent hast wirklich jedem genau das zu sagen, was er hören will, immer eine schlüssige Begründung, nie unüberlegt. Mir ist egal, ob da Boshaftigkeit hinter steckt oder die Angst Menschen weh zu tun und du ihnen deshalb nicht die Wahrheit sagst, vermutlich variiert Beides, im Endeffekt verletzt du mit einer Lüge oder Verleugnung aber mehr Menschen um dich herum, als wenn du einfach sagen würdest, was Sache ist. Wenn es nur bei einem „Ich hab keinen Bock auf die“ bleiben würde, wäre das nicht mal schlimm, aber dadurch, dass du betreffender Person das nicht sagst und allen Anderen mit einer etwas anders als oben genannten Aussage suggerierst, dass diese Person gerade Missachtung von allen verdient, machst du es einem nicht leicht dir auch nur irgendwie vertrauen zu können. Leider kennen wir uns einfach zu lang, als dass ich ignorieren könnte, was du so sagst und tust, egal wen das nun betrifft. Aber nun bin ich an dem Punkt, wo du mir einfach einen Schlag zu viel unter die Gürtellinie gegeben hast und ich es einfach nicht mehr einsehen will nach deiner Nase zu tanzen. Das du meine Glaubwürdigkeit anspielst ist für mich besonders schlimm. Indem du Lena vermittelst, man könne mir kein Wort glauben, ist deine Lüge für mich bewiesen. Für alle Anderen weiß ich das nicht, mir ist auch egal, ob man mir glaubt oder nicht, aber genau mit so einer Aussage deinerseits gibst du mir die Wahrheit preis: Du bist eine Verräterin! Und ich bereue es auf dich hereingefallen zu sein und ich bereue es dir jemals so nahe gewesen zu sein, dass du mir jemals soviel bedeutet hast. Wärst du mir nicht so wichtig gewesen, wie du es immer warst, wären mir deine Worte wenigsten egal, aber wieder muss ich feststellen, dass es auf diesem Planeten keine Ehrlichkeit gibt bzw. keine Freundschaft, denn diese setzt für mich Ehrlichkeit voraus und das erwarte ich von meinem Gegenüber. Nichts weiter, nur das. Egal was du meinst, was du für mich tun müsstest, das zählt alles nicht so viel, wie wahre Worte. Da ich dir immer vertraut habe tut es mir schrecklich weh, aber ich werde drüber hinwegkommen, wie über die anderen Verräter und Betrüger auch.
Man darf alles mit mir tun, ich lasse alles mit mir machen, nur das nicht! Da ich nicht davon ausgehen kann, dass du dich ändern wirst und ich dir eh nicht mehr vertrauen kann, bei Allem was du mir nun sagen wirst, tut es mir wirklich Leid mich von dir verabschieden zu müssen. Du brauchst keine Panik vor Stalking oder unerwünschten Briefen etc. zu haben, ich werde dich in Ruhe lassen, damit du darüber vielleicht mal nachdenken kannst und irgendwann werde selbst ich erwachsen und lasse solch kindische Spielchen. Kindisch ist es beleidigt und arrogant zu reagieren, anstatt sich wirklich Gedanken zu machen, aber das ist dir selbst überlassen.
Leb wohl, du Traum einer Welt, in der ich glücklich wahr.
Leb wohl, du Welt, die mir Hoffnung schenkte.
Leb wohl, du Hoffnung auf Ehrlichkeit.
Leb wohl, du Ehrlichkeit von Nana!
Ein bisschen theatralisches Blaaaa am Ende muss sein, sonst wär es ja kein Brief von mir.
(Sophie Filow, 30. März 2009)